depression und partnerschaft zum Nachlesen

n der heutigen Folge wird es darum gehen, was Depression denn in einer Partnerschaft bewirkt und wie beide Partner bestmöglich damit umgehen könnten. Das ist deshalb wichtig, weil ja eine Depression nicht losgelöst von unserem Leben stattfindet, sondern mitten drin geschieht und weil alle drumrum Beteiligten gut auf sich achten müssen, denn: Depressionen sind auch immer ein wenig ansteckend von ihrer Dynamik her.

Ich werde also über 2 wesentliche Themen sprechen:

–          Erstens zeige an Hand eines eingängigen Bildes auf, welche Wirkung und welche Konsequenzen eine Depression in einer Partnerschaft haben? Welche Dynamiken da entstehen können.

–          Zweitens gehe ich auf das Thema ein:Ja, was brauchen denn Paare, um mit einer Depression gut umzugehen?

Partnerschaft – was ist denn das eigentlich, ganz kurz und knapp betrachtet? Ich skizziere mal einen Idealfall: 2 Menschen begegnen sich auf Augenhöhe, verlieben sich in den Charakter des anderen und wollen miteinander ihr Leben teilen.

Gehen wir mal davon aus, dass es keinen Beziehungskontrakt gibt, in dem der eine den anderen bittet, sich ‚um ihn zu kümmern‘ – sondern in dem jeder seine Eigenverantwortung für sein eigenes Befinden und behält und wahrt.

Beide Partner tragen zur Beziehung bei und sind in gutem Kontakt, leben gleichberechtigt miteinander ihre Bedürfnisse und Sexualität, sie sind sich nah und doch sie selbst. Sie haben jeweils ihre eigenen und gemeinsamen Freunde und sind NICHT abhängig voneinander. Sie lieben einander und respektieren sich als Partner.

Wenn wir uns diese Idealbeziehung als Mobile vorstellen, dann ist das Mobile einfach im Gleichgewicht zwischen beiden Partnern. Leichte Bewegungen können aufgefangen werden, bringen das Zusammenspiel aber nicht ins Wanken.

Was passiert aber nun, wenn einer der Partner eine Depression entwickelt?

Dann gerät dieses Mobile aus dem Gleichgewicht. Wie ich in meiner 2. Episode ‚Depression erkennen‘ beschrieben habe, kommt es in einer Depression ja zu Rückzug, Antriebslosigkeit, gedrückter und unausgeglichener, Stimmung und starken Stimmungsschwankungen. All das beeinträchtigt natürlich das Miteinander in der Beziehung: das Selbstwertgefühl des betroffenen Partners nimmt ab und somit natürlich auch die Begegnung in der Partnerschaft. Der betroffene Partner ist mal furchtbar traurig, dann wieder voller Wut und Agression; auf Nähe, Liebe und Zuneigung hat er oder sie keine Lust mehr, Sexualität findet nicht mehr statt. Im Prinzip ist es so, als ob der Partner, den man kennengelernt hat, plötzlich nicht mehr da ist.

Denken wir an das Mobile, dann wird die Depression sowas wie ein schweres und ungeliebtes Anhängels, ein Gewicht, das sich wie ein Glotz an den betroffenen Partner hängt und ihn ‚hinunterzieht‘. Was passiert jetzt auf der anderen Seite?

Der andere Partner hängt stattdessen ‚in der Luft‘ und muss sich quasi auch bewegen. Es entsteht ein starkes Gefühl der Hilflosigkeit und auch den Wunsch, etwas tun zu müssen, in Aktion zu gehen, etwas unternehmen zu müssen, weil so in der Luft hängend kann es nicht weitergehen.

Und nun können zwei Dinge passieren:

Der gesunde Partner kann sich zum einen in dieses ‚Tief‘ mit hineinfallen lassen. Er oder sie nimmt die Hilfsbedürftigkeit des depressiven Partners auf. Er versucht, den Kräftemangel des anderen aufzufangen und dieses Beziehungsmuster wird ungewollt das tragende Muster in der Partnerschaft. Einer ist schwach, der andere versucht die Schwäche auszugleichen. Und wenn der von der Depression betroffene Partner nichts mit oder gegen diese depressive Episode unternimmt, dann beeinträchtigt das in Summe natürlich gravierend die Partnerschaft. Es kostet unglaublich viel Kraft und kann nicht zuletzt auch zu einer Erschöpfung des gesunden Partners führen. Aus einer gleichberechtigten Partnerschaft ist eine Abhängigkeit geworden.

Eine weitere Möglichkeit in diesem ‚Mobile Ungleichgewicht‘ zu reagieren, ist die, dass der nicht betroffene Partner in Distanz geht und durch diese Distanz versucht, wieder ein Gleichgewicht herzustellen. Den gesunden Partner schreckt die Tiefe der Depression so ab, dass er oder sie wegschauen und auch weggehen müssen – um bei sich zu bleiben. Eine wirklich schwierige Situation für die Partnerschaft, da dadurch ja der Bezug zueinander verloren gehen kann und die Partner sich buchstäblich nicht mehr sehen.

Aber eigentlich steht zwischen Ihnen die Depression. Das heisst, nichts, was originär zu einem der Partner gehört – sondern es ist etwas hinzugekommen, mit dem Partner lernen können umzugehen.

Was kann man also tun bei Depression in der Partnerschaft? Ich schildere mal einen Idealfall und nun mag der ein oder andere denken ‚Idealfall, sowas lässt sich ja nicht umsetzen‘ und ja, den Idealfall gibt es nicht immer, aber wenn wir keine Vorstellung davon haben, wo wir hin wollen, dann können wir da natürlich auch nicht hingehen.

Folgende Dinge sind wichtig:

  1. Der depressive Partner übernimmt Eigenverantwortung für seine Situation und holt sich Hilfe

Und der andere Partner kann den oder die Betroffene unterstützen und mit Verständnis und Aufmerksamkeit begleiten – ohne dabei die Verantwortung für dessen Wohlbefinden und Hilfsbedürfigkeit und Schritte zu übernehmen oder zu flüchten und in zu großen Abstand zu gehen.

Warum ist das so wichtig, dass die von Depression betroffenen selbst agieren und in die Verantwortung gehen?

Weil sie dadurch wieder etwas für sich selbst tun und aus sich selbst heraus ihren eigenen Selbstwert steigern. Wenn ich agiere und sehe, dass sich etwas tut, dann tut mir das gut und ist quasi Balsam für die Seele. Das fällt den Betroffenen nicht leicht, sie brauchen dafür Untersützung vom Umfeld, aber kein ‚ich mach das alles für dich.‘

Auch, wenn es schwer fällt. Auch, wenn er gerade nicht weiß, woher er dafür die Kraft nehmen soll. Wobei er genau hierfür um Unterstützung bitten kann – nämlich um Zuspruch, Verständnis und Unterstützung beim Laufen der nächsten Schritte raus aus der Depression.

Das heisst auf der anderen Seite:

  1. Der gesunde Partner übernimmt nicht die Verantwortung für das Wohlbefinden des depressiven Partners

Anbieten ja, begleiten und ermutigen – ja, zuhören – ja  – aber Verantwortung übernehmen nein. Schritte für den depressiven Partner werden nur im Einverständnis übernommen. Der depressive Partner fühlt sich eh schon schlecht dafür, dass es ihm so geht, wie es ihm geht und dass er nicht mehr viel auf die Reihe bekommt – da ist es wichtig, dass er in kleinen Schritten etwas für sich tut und die Wirkungen sieht.

  1. braucht es Ehrlichkeit. Sprecht ehrlich miteinander darüber, wie es euch mit der Depression geht. Beide.

Partner brauchen für so eine Krise sehr viel Ehrlichkeit. Wenn sie einander mitteilen, wie es Ihnen geht und wenn jeder sagen kann, wo er gerade steht – dann kann es gelingen, mit der Depression umzugehen. Das heisst, auch der gesunde Partner darf sagen: ‚Boah, heute ist es echt schwer, mir geht es gerade gar nicht gut damit und ich brauche etwas Zeit für mich.‘ Zum Beispiel. Oder ein ‚Ich vermisse unsere Leichtigkeit und will da wieder hin!‘ Häufig lehnen depressive Partner, die noch nicht eingesehen haben, dass es ihnen sehr schlecht geht, es ab, wenn der gesunde Partner sagt ‚Mit dir stimmt gerade etwas nicht!‘. Eine Depression braucht auch viel Mut – denn es ist wichtig das beide Partner ihre Wahrnehmungen ernst nehmen und dranbleiben.

  1. Sorgt gut für euch – mit viel Liebe und Geduld.

Geduld und Mitgefühl sind wichtig – sowohl für den anderen, aber auch für sich selbst. Denn der gesunde Partner kommt sicher auch mal an seine Kraftgrenzen. Für ihn heisst das also auch, dass er gut für sich sorgt und auch Dinge unternimmt, die ihm wieder Kraft geben.

Weihen Sie vertraute Freunden und Menschen in ihre Situation ein – solche, die Ihnen gut tun – und die nicht gleich die ungebetenen Ratschläge rausholen.

  1. Reduziert Stressquellen!

Stress ist der Nährboden für Depressionen. Schaut euren Alltag an und klärt gemeinsam, was Stress bei euch auslöst und ob ihr den ein und anderen Programmpunkt in eurem Leben gerade mal loslassen könnt. (seien es zu viele Geschäftsreisen, Verabredungen, Arbeitsthemen, Ehrenämter) – alles, was euch gerade zu viel Kraft kostet. Jetzt gilt es erstmal Kraft zu sammeln und wieder aufzubauen!

Da auch der Körper stark von einer Depression betroffen ist, schenken Sie sich bzw. ermutigen Sie sich in Bewegung zu sein. Das ist gar nicht so einfach, weil depressive Menschen häufig schon mit dem Aufstehen Schwierigkeiten haben. Egal – der Körper braucht Hilfe.  Sei es Laufen an der frischen Luft im Park oder im Wald, sei es Yoga, eine Massage, Qi Gong oder Boxen – ermutigen Sie sich zum aktiven Stressabbau und probieren Sie aus, was zu Ihnen passt.

  1. Holt euch professionelle Unterstützung:

Also – geht zum Hausarzt oder Facharzt und lasst abklären, dass es keine organischen oder medikamentös bedingten Ursachen gibt. Und dann – sucht auch psychotherapeutische Unterstützung, die euch begleiten kann. Was in der Psychotherapie wichtig ist im Zusammenhang mit Depression, darüber spreche ich in der nächsten Folge.

Depression hat viele Gesichter und Auswirkungen. Wenn Partner ihr ‚Mobile‘ wieder ins Kräftegleichgewicht bringen wollen, dann braucht es auch gemeinsamen Vorgehen.

  1. Kreiiert euch ein positives Bild davon, wie euer Leben wieder ohne Depression aussehen wird!

Sucht euch ein gemeinsames positives Bild von dem, wo ihr (wieder) hinwollt. Unser Hirn unterscheidet nicht zwischen dem Erlebten und dem fest vorgestellten – also kann ich mir auch ein positives Bild schaffen und dieses anstreben. Geht diesen ‚Klotz‘ Depression gemeinsam an und lasst ihn nicht ‚zwischen euch‘ stehen.

Ich möchte an dieser Stelle eine Website empfehlen, auf denen man gute Informationen zum Thema Depression, Hilfe für Angehörige und auch ein Online Forum zum Thema gibt.

Und zwar ist das die Website von der Deutschen Depressionshilfe: https://www.deutsche-depressionshilfe.de/

Ihr erreicht mich im Netz unter www.alles-du.de und auf FB und Xing bin ich auch zu finden.

 

Ich wünsche euch bis zur nächsten Episode eine gute Zeit – und viel Kraft und Zuversicht für euren Weg in Leben, Liebe, Beruf & Familie! Eure Evelyn Richter-Schäfer

Depression & Partnerschaft

In der heutigen Folge wird es darum gehen, was Depression denn in einer Partnerschaft bewirkt und wie beide Partner bestmöglich damit umgehen könnten. Das ist deshalb wichtig, weil ja eine Depression nicht losgelöst von unserem Leben stattfindet, sondern mitten drin geschieht und weil alle drumrum Beteiligten gut auf sich achten müssen, denn: Depressionen sind auch immer ein wenig ansteckend von ihrer Dynamik her.

Ich werde also über 2 wesentliche Themen sprechen:

–          Erstens zeige an Hand eines eingängigen Bildes auf, welche Wirkung und welche Konsequenzen eine Depression in einer Partnerschaft haben? Welche Dynamiken da entstehen können.

–          Zweitens gehe ich auf das Thema ein:Ja, was brauchen denn Paare, um mit einer Depression gut umzugehen?

Partnerschaft – was ist denn das eigentlich, ganz kurz und knapp betrachtet? Ich skizziere mal einen Idealfall: 2 Menschen begegnen sich auf Augenhöhe, verlieben sich in den Charakter des anderen und wollen miteinander ihr Leben teilen.

Gehen wir mal davon aus, dass es keinen Beziehungskontrakt gibt, in dem der eine den anderen bittet, sich ‚um ihn zu kümmern‘ – sondern in dem jeder seine Eigenverantwortung für sein eigenes Befinden und behält und wahrt.

Beide Partner tragen zur Beziehung bei und sind in gutem Kontakt, leben gleichberechtigt miteinander ihre Bedürfnisse und Sexualität, sie sind sich nah und doch sie selbst. Sie haben jeweils ihre eigenen und gemeinsamen Freunde und sind NICHT abhängig voneinander. Sie lieben einander und respektieren sich als Partner.

Wenn wir uns diese Idealbeziehung als Mobile vorstellen, dann ist das Mobile einfach im Gleichgewicht zwischen beiden Partnern. Leichte Bewegungen können aufgefangen werden, bringen das Zusammenspiel aber nicht ins Wanken.

Was passiert aber nun, wenn einer der Partner eine Depression entwickelt?

Dann gerät dieses Mobile aus dem Gleichgewicht. Wie ich in meiner 2. Episode ‚Depression erkennen‘ beschrieben habe, kommt es in einer Depression ja zu Rückzug, Antriebslosigkeit, gedrückter und unausgeglichener, Stimmung und starken Stimmungsschwankungen. All das beeinträchtigt natürlich das Miteinander in der Beziehung: das Selbstwertgefühl des betroffenen Partners nimmt ab und somit natürlich auch die Begegnung in der Partnerschaft. Der betroffene Partner ist mal furchtbar traurig, dann wieder voller Wut und Agression; auf Nähe, Liebe und Zuneigung hat er oder sie keine Lust mehr, Sexualität findet nicht mehr statt. Im Prinzip ist es so, als ob der Partner, den man kennengelernt hat, plötzlich nicht mehr da ist.

Denken wir an das Mobile, dann wird die Depression sowas wie ein schweres und ungeliebtes Anhängels, ein Gewicht, das sich wie ein Glotz an den betroffenen Partner hängt und ihn ‚hinunterzieht‘. Was passiert jetzt auf der anderen Seite?

Der andere Partner hängt stattdessen ‚in der Luft‘ und muss sich quasi auch bewegen. Es entsteht ein starkes Gefühl der Hilflosigkeit und auch den Wunsch, etwas tun zu müssen, in Aktion zu gehen, etwas unternehmen zu müssen, weil so in der Luft hängend kann es nicht weitergehen.

Und nun können zwei Dinge passieren:

Der gesunde Partner kann sich zum einen in dieses ‚Tief‘ mit hineinfallen lassen. Er oder sie nimmt die Hilfsbedürftigkeit des depressiven Partners auf. Er versucht, den Kräftemangel des anderen aufzufangen und dieses Beziehungsmuster wird ungewollt das tragende Muster in der Partnerschaft. Einer ist schwach, der andere versucht die Schwäche auszugleichen. Und wenn der von der Depression betroffene Partner nichts mit oder gegen diese depressive Episode unternimmt, dann beeinträchtigt das in Summe natürlich gravierend die Partnerschaft. Es kostet unglaublich viel Kraft und kann nicht zuletzt auch zu einer Erschöpfung des gesunden Partners führen. Aus einer gleichberechtigten Partnerschaft ist eine Abhängigkeit geworden.

Eine weitere Möglichkeit in diesem ‚Mobile Ungleichgewicht‘ zu reagieren, ist die, dass der nicht betroffene Partner in Distanz geht und durch diese Distanz versucht, wieder ein Gleichgewicht herzustellen. Den gesunden Partner schreckt die Tiefe der Depression so ab, dass er oder sie wegschauen und auch weggehen müssen – um bei sich zu bleiben. Eine wirklich schwierige Situation für die Partnerschaft, da dadurch ja der Bezug zueinander verloren gehen kann und die Partner sich buchstäblich nicht mehr sehen.

Aber eigentlich steht zwischen Ihnen die Depression. Das heisst, nichts, was originär zu einem der Partner gehört – sondern es ist etwas hinzugekommen, mit dem Partner lernen können umzugehen.

Was kann man also tun bei Depression in der Partnerschaft? Ich schildere mal einen Idealfall und nun mag der ein oder andere denken ‚Idealfall, sowas lässt sich ja nicht umsetzen‘ und ja, den Idealfall gibt es nicht immer, aber wenn wir keine Vorstellung davon haben, wo wir hin wollen, dann können wir da natürlich auch nicht hingehen.

Folgende Dinge sind wichtig:

  1. Der depressive Partner übernimmt Eigenverantwortung für seine Situation und holt sich Hilfe

Und der andere Partner kann den oder die Betroffene unterstützen und mit Verständnis und Aufmerksamkeit begleiten – ohne dabei die Verantwortung für dessen Wohlbefinden und Hilfsbedürfigkeit und Schritte zu übernehmen oder zu flüchten und in zu großen Abstand zu gehen.

Warum ist das so wichtig, dass die von Depression betroffenen selbst agieren und in die Verantwortung gehen?

Weil sie dadurch wieder etwas für sich selbst tun und aus sich selbst heraus ihren eigenen Selbstwert steigern. Wenn ich agiere und sehe, dass sich etwas tut, dann tut mir das gut und ist quasi Balsam für die Seele. Das fällt den Betroffenen nicht leicht, sie brauchen dafür Untersützung vom Umfeld, aber kein ‚ich mach das alles für dich.‘

Auch, wenn es schwer fällt. Auch, wenn er gerade nicht weiß, woher er dafür die Kraft nehmen soll. Wobei er genau hierfür um Unterstützung bitten kann – nämlich um Zuspruch, Verständnis und Unterstützung beim Laufen der nächsten Schritte raus aus der Depression.

Das heisst auf der anderen Seite:

  1. Der gesunde Partner übernimmt nicht die Verantwortung für das Wohlbefinden des depressiven Partners

Anbieten ja, begleiten und ermutigen – ja, zuhören – ja  – aber Verantwortung übernehmen nein. Schritte für den depressiven Partner werden nur im Einverständnis übernommen. Der depressive Partner fühlt sich eh schon schlecht dafür, dass es ihm so geht, wie es ihm geht und dass er nicht mehr viel auf die Reihe bekommt – da ist es wichtig, dass er in kleinen Schritten etwas für sich tut und die Wirkungen sieht.

  1. braucht es Ehrlichkeit. Sprecht ehrlich miteinander darüber, wie es euch mit der Depression geht. Beide.

Partner brauchen für so eine Krise sehr viel Ehrlichkeit. Wenn sie einander mitteilen, wie es Ihnen geht und wenn jeder sagen kann, wo er gerade steht – dann kann es gelingen, mit der Depression umzugehen. Das heisst, auch der gesunde Partner darf sagen: ‚Boah, heute ist es echt schwer, mir geht es gerade gar nicht gut damit und ich brauche etwas Zeit für mich.‘ Zum Beispiel. Oder ein ‚Ich vermisse unsere Leichtigkeit und will da wieder hin!‘ Häufig lehnen depressive Partner, die noch nicht eingesehen haben, dass es ihnen sehr schlecht geht, es ab, wenn der gesunde Partner sagt ‚Mit dir stimmt gerade etwas nicht!‘. Eine Depression braucht auch viel Mut – denn es ist wichtig das beide Partner ihre Wahrnehmungen ernst nehmen und dranbleiben.

  1. Sorgt gut für euch – mit viel Liebe und Geduld.

Geduld und Mitgefühl sind wichtig – sowohl für den anderen, aber auch für sich selbst. Denn der gesunde Partner kommt sicher auch mal an seine Kraftgrenzen. Für ihn heisst das also auch, dass er gut für sich sorgt und auch Dinge unternimmt, die ihm wieder Kraft geben.

Weihen Sie vertraute Freunden und Menschen in ihre Situation ein – solche, die Ihnen gut tun – und die nicht gleich die ungebetenen Ratschläge rausholen.

  1. Reduziert Stressquellen!

Stress ist der Nährboden für Depressionen. Schaut euren Alltag an und klärt gemeinsam, was Stress bei euch auslöst und ob ihr den ein und anderen Programmpunkt in eurem Leben gerade mal loslassen könnt. (seien es zu viele Geschäftsreisen, Verabredungen, Arbeitsthemen, Ehrenämter) – alles, was euch gerade zu viel Kraft kostet. Jetzt gilt es erstmal Kraft zu sammeln und wieder aufzubauen!

Da auch der Körper stark von einer Depression betroffen ist, schenken Sie sich bzw. ermutigen Sie sich in Bewegung zu sein. Das ist gar nicht so einfach, weil depressive Menschen häufig schon mit dem Aufstehen Schwierigkeiten haben. Egal – der Körper braucht Hilfe.  Sei es Laufen an der frischen Luft im Park oder im Wald, sei es Yoga, eine Massage, Qi Gong oder Boxen – ermutigen Sie sich zum aktiven Stressabbau und probieren Sie aus, was zu Ihnen passt.

  1. Holt euch professionelle Unterstützung:

Also – geht zum Hausarzt oder Facharzt und lasst abklären, dass es keine organischen oder medikamentös bedingten Ursachen gibt. Und dann – sucht auch psychotherapeutische Unterstützung, die euch begleiten kann. Was in der Psychotherapie wichtig ist im Zusammenhang mit Depression, darüber spreche ich in der nächsten Folge.

Depression hat viele Gesichter und Auswirkungen. Wenn Partner ihr ‚Mobile‘ wieder ins Kräftegleichgewicht bringen wollen, dann braucht es auch gemeinsamen Vorgehen.

  1. Kreiiert euch ein positives Bild davon, wie euer Leben wieder ohne Depression aussehen wird!

Sucht euch ein gemeinsames positives Bild von dem, wo ihr (wieder) hinwollt. Unser Hirn unterscheidet nicht zwischen dem Erlebten und dem fest vorgestellten – also kann ich mir auch ein positives Bild schaffen und dieses anstreben. Geht diesen ‚Klotz‘ Depression gemeinsam an und lasst ihn nicht ‚zwischen euch‘ stehen.

Depression betrifft ca. 25% der Menschen einmal in Ihrem Leben – aber nicht für immer. Werden Sie aktiv!

Ich möchte an dieser Stelle eine Website empfehlen, auf denen man gute Informationen zum Thema Depression, Hilfe für Angehörige und auch ein Online Forum zum Thema gibt.

Und zwar ist das die Website von der Deutschen Depressionshilfe: https://www.deutsche-depressionshilfe.de/

Ihr erreicht mich im Netz unter www.alles-du.de und auf FB und Xing bin ich auch zu finden.