Eifersucht – warum ignorieren nicht hilft

‚Sei nicht so eifersüchtig!‘ |  ‚Vertraue mir doch endlich!‘
Ja klar. Aber wie?

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 Eifersucht verstehen.

Eifersucht ist eines der aufwühlendsten Gefühle in unserem Herzen. Warum? Nun, zum einen zeigt es uns, dass wir etwas oder jemand sehr lieben. Lieben zu können ist wunderbar! Das zu erkennen noch viel mehr. Auf der anderen Seite ist Eifersucht eine Verlustangst. Eine Furcht davor, etwas Liebgewonnenes mit einem anderem teilen zu müssen oder potenziell zu verlieren. Angst macht sich breit.

Wenn Eifersucht die Oberhand gewinnt, so kann sie Unheil stiften. Sie wirkt sich negativ auf dein eigenes Wohlbefinden aus und auch auf deine Partnerschaft: weil starke Eifersucht ausdrückt: Das, was du tust, ist nicht genug damit meine Eifersucht verschwindet. Und diese Angst stimmt:

Weil es nämlich nur ganz wenig mit dem Partner zu tun hat, dass die Eifersucht in dir Oberhand gewinnt.

Überrascht?

Erkenne, woher die Eifersucht in deinem Leben kommt. 3 Beispielszenarien.

Es kommt vor, dass wir etwas ganz wichtiges vergessen: Die Gefühle, die in uns entstehen, haben zuerst einmal etwas mit UNS zu tun. Komme dir selbst auf die Spur und es wird leichter. Vielleicht findest du dich in einem der Beispiel wieder.

Vom Teilen und verlieren

Hattest du als Kind ein Lieblingsspielzeug? Und wie war es, wenn du das mit jemandem teilen musstest. Konntest du darauf vertrauen, dass es Deines bleibt und du es nicht verlierst? Und durftest du vielleicht sogar selbst entscheiden, ob du es weggibst oder nicht? Und wenn du etwas Wichtiges verloren hattest – wurdest du getröstet und ernst genommen? Oder hast du gelernt, dass Teilen und Verlust etwas ganz Schreckliches im Leben sind? Und wenn du heute deinen Partner mit anderen teilst – ist es dann immer noch das Schwerste der Welt? Und klar ist dein Partner kein Spielzeug und schon gar nicht dein Besitz– aber jemand, den du sehr gern hast und nicht verlieren möchtest. Kannst du loslassen und vertrauen? Weil DU dich frei dafür entscheidest?

Du warst nicht das Lieblingskind.

Schau mal zurück –Hattest du Geschwister und wurde eines mehr geliebt als du? Warst du nicht das Lieblingskind? Musstest du vielleicht in deiner Kindheit ständig darum kämpfen auch geliebt zu werden? Und tust du das heute auch in deiner Partnerschaft? Und hegst du die Hoffnung, dass dein Partner dir endlich die Liebe gibt, die du so vermisst hast? Und wenn er etwas anders macht – ein Hobby oder sich mit Freunden trifft – bist du dann eifersüchtig? Und siehst du, wie viel diese Eifersucht mit deiner eigenen Geschichte zu tun hat und weniger mit dem Verhalten deines Partners? Du bist liebenswert – unabhängig von deiner Erfahrung.

Vertrauensbrüche.

Es gibt Familien, da zeigen sich Eltern, dass sie einander lieben und respektieren. Es wird miteinander geherzt, gescherzt und auch gestritten. Toll! Aber so ist es nicht immer. Manchmal streiten sich Eltern nur oder schweigen sich an statt sich auseinander zu setzen. Kinder spüren das und fühlen sich dafür verantwortlich und schuldig. Sie lernen nicht zu vertrauen. Manchmal kommt es vor, dass Kindern etwas versprochen und nicht eingehalten wird. Manchmal werden Partner betrogen und Liebe führt zu Schmerz und Verlust. Vielleicht hast du verinnerlicht, dass Liebe unweigerlich mit Verletzung und Vertrauensbruch zu tun hat. Vielleicht hast du das im Laufe deiner Beziehung(en) sogar immer wieder erlebt – als Wiederholungsmuster. Kannst du Vergangenheit und Heute unterscheiden oder muss dein Partner alte Lasten deiner Vergangenheit mittragen, die gar nicht zu ihm gehören?

Eifersucht verändern statt bekämpfen – in 5 Schritten

Fakt ist: Kein Mensch kommt eifersüchtig auf die Welt. Doch wenn man sie hat, helfen Ratschläge wie‘ Sei nicht so eifersüchtig!‘ wenig weiter. Das hast du wahrscheinlich schon versucht. Falls Eifersucht für dich ein Thema ist und du anders damit umgehen möchtest gibt es nur eines: Finde heraus, was es mit deiner Geschichte zu tun hat!

  • Finde heraus, wann das Gefühl in dir aus dem Gleichgewicht gekommen ist. Es gibt immer einen Grund.
  • Frage dich, was es heute in deiner Beziehung noch braucht, damit diese ursprüngliche Verletzung in dir zur Ruhe kommt. Vielleicht muss sie einfach anerkannt und ausgesprochen werden.
  • Werde dir klar, dass sich Erfahrungen aus der Vergangenheit nicht zwangsläufig wiederholen müssen. Du kannst es für dich verändern! Für dich und deine Beziehung.
  • Und schon hast du etwas verändert! Du hast begriffen, dass deine Eifersucht und Angst eine Geschichte haben und in dir ihren Ursprung hat.
  • Und wenn die Eifersucht wieder da ist, kannst du ihr vielleicht sagen: ‚Hey – ich sehe dich. Danke, dass du mir zeigst, dass ich meinen Partner liebe und ich entscheide mich jetzt dafür, nicht so zu handeln wie bislang.‘ Vielleicht atmest du durch und sagst dir, ja, früher war es so – heute ist es anders. Pause.

Erst wenn du selbst entscheidest, dass du anders damit umgehen willst, kannst du etwas bewegen. Diese Entscheidung liegt bei dir. Neue Handlungsoptionen im Umgang mit deiner Eifersucht lassen sich finden.