Meine Familie- deine Familie:
Familiäre Prägungen in der Beziehung.

‚ Du bist wie deine Mutter‘ oder ‚Du bist wie dein Vater‘ sind Sätze, die manchen Partnern mal so über die Lippen kommen und ja, damit liegen sie meist gar nicht so verkehrt. Auch Gedanken wie ‚das wollte ich nie so machen wie meine Eltern oder meine Geschwister‘, kennen Sie vielleicht und dabei sind wir doch an die familiären Prägungen aus unserer Ursprungsfamilie gebunden. Indem wir es genau so oder ganz anders machen wollen, beziehen wir uns doch immer wieder auf unsere Erfahrung und Erinnerungen – und bleiben dadurch unwillkürlich auch immer ein Stück in unserer Vergangenheit hängen. Wenn wir aber ein klares Bild vor Augen haben, wie wir Beziehung und Familie leben wollen, dann lassen sich Wege leichter finden.

Die spannende Frage ist doch: Wie wollen Sie Ihre Beziehung oder ihr Familienleben am liebsten gestalten?
Wenn Sie ganz frei wählen könnten – wie würde das Ideal für Sie aussehen? Welche erlernten, eingeprägten Beziehungsvorbilder würden sie teilweise oder ganz mitnehmen in den Idealzustand, welche ganz oder teilweise eher nicht? Auch in Beziehungen fängt Wachstum und Veränderung mit der Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte an. Stehe ich in einer guten Beziehung zu mir selbst, kann ich auch in Beziehung zu anderen Menschen gehen und Verbindungen halten. Bin ich hingegen ständig in meiner eigenen Geschichte verwickelt und habe ich mich noch nicht losgelöst von den Erwartungen und Wünschen anderer an mich und meine Familie, dann gilt es, diese zu entwickeln. Und dann?

Dann heisst es Aushandeln. Auch etwas, das wir bei unseren Eltern gesehen haben oder eben nicht. Welches Bild haben Sie hier vor Augen? Und wenn Sie ihr Idealbild mit dem Ihres Partners vergleichen – was müsste ergänzt, verändert oder weggelassen werden? Was hat Ihren Partner / Ihre Partnerin geprägt, welche Glaubenssätze hat er / sie verinnerlicht, die noch heute Ihre gemeinsame Beziehung prägen? Wie wurde Beziehung, Liebe und Miteinander  gelebt, wie wurde gestritten, wie wurde versöhnt und wie wurden Sie als Kind integriert?

Welche Ihrer eigenen familiären Prägungen möchten Sie (auch) an Ihre Kinder weitergeben – und welche nicht? Wir können unsere eigene Kindheit und Vergangenheit nicht verändern, aber wir können das Heute nutzen, um anders damit umzugehen. Wir können Verantwortung für unsere eigene Geschichte übernehmen und gut für uns sorgen und damit alte Prägungen nicht nochmal an die nächste Generation weitergeben. Oder nur die, die wir selbst mögen und wertschätzen.

Nicht zuletzt geht es auch darum zu entscheiden: Wie wollen wir heute unsere Eltern und Geschwister in unser eigenes Familienleben integrieren? Wo müssen, wo wollen wir gemeinsam klare Grenzen setzen oder wo können wir es locker angehen? Wann sind Anrufe, Besuche, gut gemeinte Ratschläge oder Unterstützung zu viel – wann möchten wir sie? Was können wir tun, um in unserer Familie anzukommen? Und wie kommunizieren wir, dass das wichtig für uns und nicht gegen die anderen gerichtet ist? Diese Fragen sind von Familie zu Familie unterschiedlich zu beantworten.

Oft ist es gar nicht so einfach, solche Themen im Alltag ausreichend zu betrachten und zu besprechen. Nehmen Sie sich die Zeit und holen Sie sich die Unterstützung, die Sie brauchen, um endlich anders mit Prägungen und Beziehungsmustern umzugehen. Es gibt keinen besseren Zeitpunkt für eine Veränderung als diesen. Begeben Sie sich auf neue Wege. Ich begleite Sie ein Stück.

Schritt für Schritt.

Weitere Fokusthemen aus der Paartherapie finden Sie unter: www.alles-du.de/Paartherapie

Mehr zu dem Thema Bedürfnissen und Grenzen können Sie hier nachlesen.