Lust oder Frust: Sexualität und Sinnlichkeit als Paar verstehen & leben

Sexualität ist und bleibt die persönlichste und intimste Art der Kommunikation zwischen Partnern und zu sich selbst. Fühlen Sie sich als Frau oder Mann in sexueller und Lebensbeziehung gesehen und respektiert? Können Sie sich selbst so annehmen, so wie Sie sind und mit ihren Bedürfnissen gut umgehen, wenn sie zusammen sind? Und wenn nicht, was genau läuft da nicht wie gewünscht und woher kennen Sie das vielleicht?

Die Beziehung zu anderen beginnt immer mit einer guten Beziehung zu sich selbst. Ist diese nicht gegeben und können wir uns selbst nicht mit all dem annehmen, was und wie wir sind, dann wird es schwierig. Dann verwenden wir mehr Energie darauf, ein Scheinbild aufrecht zu erhalten als uns zu zeigen, wie wir eben sind mit all unseren Stärken und Schwächen. Die sexuelle oder intime Kommunikation gelingt dann manchmal nicht mehr.

Und natürlich können kleinere und größere Streitereien in einer Partnerschaft dazu führen, dass ihre Sexualität nicht mehr nur leicht und aufregend ist. Jede Krise kann durchschritten werden und im besten Fall in die gleiche Richtung. Und was machen Sie damit – aussitzen, verweigern, durch Ersatzbefriedigungen ersetzen?

In der Sexualtherapie geht es vor allem darum, herauszufinden, was gerade zwischen Partnern steht, dass sie sich körperlich nicht mehr nah sein wollen und keine Nähe mehr haben wollen. Die Aufgabe eines Sexualtherapeuten wie mir sehe ich darin, Ihnen einen Raum anzubieten, Angst, Machtspiele oder Scham abzulegen und wieder miteinander ins Gespräch zu kommen.

Über sexuelle und partnerschaftliche Bedürfnisse zu sprechen, ist ein Schlüssel zu neuen Wegen. Es sei denn, es ist ein (un)ausgesprochener Kontrakt zwischen beiden, dass sie keinen Sex haben möchten – aber das ist eine anderes Thema. In der Sexualtherapie geht es weniger um Praktiken, Stellungen oder dem neuesten Sexspielzeug – sondern viel mehr um Nähe und Distanz, Vertrauen, Lust & Lustlosigkeit und Kommunikation darüber was ist und was fehlt.

Sexualtberatung bedeutet mehr als ‚Lets talk about Sex!‘

‚Keine Sexualität‘ steht häufig als Symptom für einen Beziehungskonflikt zu sich selbst oder zum Partner. Fehlende Sexualität und Intimität können auch für eine zurückliegende Prägung stehen – ein unschönes Beziehungsvorbild aus der eigenen Familie, eigene Beziehungserfahrungen auf dem Lebensweg, es kann ein Ausdruck für Stress in Familie oder Beruf, Ereignisse im Leben des einen oder anderen Partners, wie zum Beispiel Trauer, Depression oder Jobverlust sein. Es kann aber auch für eine Paardynamik stehen, die von einem nicht mehr gewollt wird – zu viel Dominanz des Partners und ‚Verweigerung‘ auf der sinnlichen Ebene der Sexualität, zum Beispiel. Das kann Frauen wie Männer gleichermaßen betreffen.

 Mag ich mich so, wie ich bin? Sexualität beginnt mit einem guten Verhältnis und einer guten Beziehung zu sich selbst und dann erst zum Partner. Kann ich dir mit allem, was ich gerade mit mir trage, begegnen? Mag ich mich so, wie ich gerade bin? Traue ich es mir und dir zu, mich dir zu zeigen und angenommen zu werden? Und – kann ich dich auch so annehmen, wie du gerade bist oder nicht?

In der Sexualtherapie die Perspektive erweitern und ergänzen – das ist an dieser Stelle besonders wichtig.

Es geht darum, zwei Perspektiven erst einmal zu erkennen und dann Schritt für Schritt neue Wege zu erahnen, zu formen und zu gestalten. Wenn Partner so nicht mehr weiterkommen wie bisher – dann ist ein Blick und eine Begleitung von außen häufig sinnvoll. Holen sie sich wieder mehr Sinn und Sinnlichkeit in Ihre Paarbeziehung und gestalten Sie eine der schönsten Formen der Kommunikation (wieder) neu! Zu sich selbst und zu ihrem Partner.

Sexualtherapie wirkt.

Weitere Fokusthemen aus der Paartherapie finden Sie unter: www.alles-du.de/paartherapie