ich trage dich

Ich trage dich! Trägst du mich?

Vertrauen und Zutrauen in Beziehung & Leben

(M)eine Hommage an die Liebe!

Ich mag Bilder, die etwas in mir in Bewegung bringen, eine Emotion auslösen, mich zum Nachdenken, Kichern, Staunen, Träumen oder Mitgehen anregen. Als ich die Bilder, die hier in diesem Beitrag zu sehen sind, sah, war ich berührt und ein kleiner, glücklicher Schauer lief mir über den Rücken. Ich trage dich. Es sind die Bilder von #alexascha, ich habe sie auf Instagram gesehen und sie sind Teil von ihrem sehr schönen und authentischen Profil.

Warum genau dieses mich so berührt hat? Weil es mich daran erinnerte, wie wertvoll es ist, in einer Beziehung zu leben, in der ein Partner den anderen trägt und wie schön es ist, wenn dadurch eine Balance ent- und besteht. Ich finde diese Bilder, fangen das so wunderbar leicht und kraftvoll ein. Und weil sie mir gefielen, fragte ich #alexascha, ob Sie mir diese Bilder auch für einen Artikel leihen würde – und das tat sie dann zu meiner großen Freude auch. Danke hierfür und mein Geschenk für euch – ein heutiger mutmachender Blogbeitrag zu Vertrauen und Zutrauen in Beziehung & Leben und dass euch diese Kraft, diese Leichtigkeit und vor allem diese Liebe nie abhanden kommt!

Blog alles du Evelyn Richter-Schäfer

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Bilder: #alexascha (Instagram)

Ja, ich möchte euch anstecken – mit dem Mut zur Liebe, zum Vertrauen und zum Zutrauen in euren Beziehungen und damit in eurem Leben.

Heute kommt (m)eine kleine Hommage an die Liebe! (Ganz unabhängig davon, dass es nicht immer so leicht ist – aber für einen Moment, nur für einen schönen Moment darf es einfach mal ganz leicht sein. Weil wir solche Momente brauchen, gerade in heutigen Beziehungen, die so viel äußere Ablenkung tragen müssen. Und vielleicht steckt es dich oder euch als Leser an für mehr solcher Momente?

Ich trage dich: Sehnsucht & Angst zugleich!

Die Arbeit mit Paaren ist sicher nicht nur für mich persönlich die Königsdisziplin der Systemischen Therapie und ich weiß sehr wohl, dass es nicht immer ein Happy End geben kann. Manchmal ist es der bessere Weg für Partner, neue Schritte ohne einander zu gehen. Aber ich will heute gar nicht groß von den Schwierigkeiten von Paaren sprechen, sondern eher zu Mut und Zutrauen und Vertrauen anregen. Warum denn nicht auch mal so?

Ich weiß, es heisst in den Ausbildungen, dass wir Therapeuten neutral sein sollen, um Klienten gut begleiten zu können – eben auf ihrem Weg und nicht auf ‚meinem‘ Idealweg – und appelliere in meiner Arbeit immer wieder an jeden Einzelnen in einem Paar, für sich zu schauen, was jeder für sich braucht – und dann auch zu schauen, was sie miteinander brauchen. Und gleichzeitig bin ich in meinem eigenen Leben immer wieder selbst dazu aufgefordert, meiner inneren Stimme zu vertrauen, mir zu vertrauen und mich in meinem Leben und in meiner Partnerschaft zuzutrauen. Mit den Jahren folge ich immer mehr meiner Sehnsucht und meinem inneren Instinkt und ja, meinem Wunsch, mein Leben mit dieser Kraft zu gestalten. Gemeinsam statt einsam. Natürlich begegne ich dabei auch meinen Ängsten, meinen Prägungen, meinen Erfahrungen – und ja, manchmal läuft’s nicht wie ich will. Aufstehen, Krone richten, weitergehen. Mit meinem Partner. Immer und immer wieder. Kämpfen, hoffen, lieben, erleben, leicht und schwer zugleich. Und schön. Es lohnt sich, nicht aufzugeben sondern dranzubleiben. Folge immer deiner Sehnsucht – denn darin liegt viel Kraft und ich glaube daran, dass diese sehnsuchtsvolle Kraft in jedem Menschen steckt, unabhängig von seinen Prägungen und seinen Erfahrungen. Wie ist das bei dir? Traust du dich?

„Geliebt wirst du einzig, wo du schwach dich zeigen darfst, ohne Stärke zu provozieren.“

Fast immer, so erfahre ich es, haben die Menschen Sehnsucht nach Vertrauen und Zutrauen und manchmal eben auch Angst genau davor. Weil Sehnsucht manchmal mit Schwäche verwechselt wird statt der Einladung zu einem gemeinsamen Gestalten und das sich immer wieder aufeinander einlassen eben auch Stärke bedarf.

Dem Partner zu vertrauen und sich selbst zuzutrauen heisst also auch, sich in seiner Schwäche wie auch in seiner Stärke zu zeigen. Es bedeutet, dass der eine dem anderen vertrauen kann, dass er das, was ihm entgegengebracht wird, sorgsam behandelt wird. Es bedeutet ebenso, dass der eine sich zutraut, sich dem anderen gegenüber offen zu zeigen: mit allen Wünschen, Ängsten, Sehnsüchten, Zweifeln, allem Suchenden und allem Findenden. Ohne benutzt zu werden, ohne abgewertet zu werden – sondern in seinem ganzen Wert gesehen zu werden. Es bedeutet auch nicht zuletzt, sich selbst so weit zu vertraue, dass man selbst auch gut auf sich acht gibt – für das eintritt, was einem wichtig ist und seinen Ärger über Verletzungen auch einen Ausdruck gibt. Wenn das gehalten werden kann – was soll dann schiefgehen? Hast du einen solchen Menschen gefunden und bist du ein solcher Mensch für jemand anderen?

Trägst du mich?: ein beidseitiges, partnerschaftliches Versprechen

Was ich an den Bildern von #alexascha auch so besonders finde, ist, dass jeder jeden trägt. Uneingeschränkt. Der Mühe wert. Für mich heisst das: weil der Mensch an meiner Seite zählt, weil ich es mir zutraue, ihn oder sie eine Zeit lang zu tragen, weil ich weiß und darauf vertrauen kann, dass er oder sie das für mich auch tun würde und wird. Weil ich möchte, dass es meinem Partner gut geht und ich weiß, dass es im Rahmen meiner Kräfte liegt, das eine Zeitlang zu tun.

Gleichzeitig bedeutet es für mich auch, dass jeder immer wieder schaut, auf die eigenen Beine zu kommen – sich nicht nur tragen zu lassen vom anderen, weil der Respekt dem eigenen und dem anderen Leben gegenüber es gebietet, auch sich selbst und den eigenen Beinen wieder zu vertrauen und sich kraftvolle, eigene Schritte wieder selbst zuzutrauen.

Ja, es ist wunderbar, wenn Paare auch immer wieder in ihr Gleichgewicht kommen und nicht immer nur der eine vom anderen zährt. Klar gibt es Dinge, die kann der eine besser als der andere und so teilt man sich Aufgaben im Leben – aber darum geht es nicht: vielmehr meine ich damit, dass jeder immer und immer wieder darum bemüht ist, die Partnerschaft kraftvoll in Bewegung zu halten und auch Energie und Kraft in die Entwicklung der Beziehung zu legen. Wäre das nicht schön und glaubt ihr daran?

Ich trage dich: Entscheide – mit allem was du kannst und trage ein Licht in die Welt!

Willst du eine tragende Beziehung? Dann glaube daran.

Du findest, das ist zu einfach formuliert? Dann glaube erst recht daran.

Möchtest du einen Partner, dem du vertrauen und dem du dich zutrauen kannst? Dann glaube daran und vor allem dir selbst.

‚Das sagt sich so leicht‘ oder ‚wenn das so leicht wäre‘ – ich höre es immer wieder. Ja, das Leben braucht die Leichtigkeit, braucht ein sehnsuchtsvolles, anziehendes Ziel. Woher soll dein Leben und auch deine Liebe sonst wissen, wohin sie sollen? Ich glaube, sich immer und immer wieder darauf auszurichten, mutig zu bleiben und einander in diesem Weg zu tragen – darauf kommt es letztendlich an. Nicht darauf, dass ‚immer nur der andere‘ etwas tun oder lassen soll – sondern dass man selbst klar und kraftvoll glaubt und dahin geht, wohin die Sehnsucht nach Vertrauen und Zutrauen trägt.

Ich weiß, dass das Leben nicht immer leicht läuft – aber das Leben will, dass es uns gut geht. Und da, wo ein Weg ist, da geht es auch leicht, da wo das Leben uns hinführen möchte, da öffnen sich auch Türen und vieles, wenn nicht sogar alles, steht und fällt mit einer inneren Entscheidung. Also glaube daran!

Überwinde deine Erfahrungen, deine Zweifel, deine Ängste – und visualisiere dir ein kraftvolles inneres Bild von einer tragenden Partnerschaft, in dem all das da ist, nach dem du dich sehnst. Alles oder nichts. Neurowissenschaftlicher haben untersucht, was Goethe vor vielen Jahren beschrieben hat, nämlich, wie stark dein ganz eigenes Vertrauen in das Erreichen in ein Ziel, in einen Wunsch, in eine Vorstellung letztendlich das Ergebnis beeinflusst. Und da genügen schon ein paar wenige Zweifel, um ein Ziel ins Wanken zu bringen – aber gelingt es dir, für einen Moment, ein ganz klares Bild von dem zu entwickeln, wohin du willst in deinem Beziehungsleben, in deiner Partnerschaft, dann kann es dir auch gelingen immer wieder genau da anzuknüpfen. Dann kannst du immer wieder genau dorthin.

Richte deinen ‚inneren Instinkt‘ aus, klar und fokussiert. Ich glaube daran, dass unser eigener Instinkt weiß, was möglich ist – ganz unabhängig von Erfahrungen, Ängsten, gesellschaftlichen Vorbildern. Vertraue deinem Instinkt und lasse dich ein auf eine durch und durch tragende Beziehung. Und wenn du gerade enttäuscht wurdest oder selbst enttäuscht hast – dann richte dich wieder aus, wie ein Kompass – auf dein Ziel, darauf woran du glauben magst. Und lass dich nicht beirren.

Und – trage damit ein Licht in die Welt, buchstäblich, ein helles, positives Licht. Zweifel, Ängste, Abwege gibt es genug – glaube an die Kraft des Vertrauens und trau dich an etwas Positives zu glauben in der Liebe wie im Leben. Denn letztendlich, und das bringt mich wieder zurück zu #Alexascha, ist es genau das, was wir um uns herum verbreiten und auch an die nächste Generation weitergeben. Wir tun das also nicht nur für uns – sondern auch für die Zukunft.

In diesem Sinne – noch ein Zitat von Goethe und ein Hoch auf die Magie, Anmut und Kraft von Liebe & Leben!

 

„Was alle Handlungen von Initiative angeht, so gibt es eine elementare Wahrheit, deren Nichtbeachtung zahllose Ideen und hervorragende Pläne umbringt: dass im Moment, in dem man sich definitiv verpflichtet, sich die Vorsehung ebenfalls bewegt.

Alle möglichen Dinge, die sonst nie passiert wären, passieren, um einem zu helfen. Ein ganzer Strom von Ereignissen folgt aufgrund der Entscheidung und bringt zu eigenen Gunsten alle Arten von Vorfällen und Begegnungen und materieller Unterstützung, von denen kein Mensch geglaubt hätte, dass sie auf diesem Wege kommen würden.

Was immer du meinst oder glaubst tun zu können, beginne es.

Handeln enthält Magie, Anmut und Kraft.“
(J.W.v.Goethe)

Du hast Fragen, Zweifel, Sehnsucht  und willst dieser endlich in deinem Leben Raum geben? Schau dich auf meiner Seite um, zum Beispiel unter Paartherapie,  und wenn es dir gefällt, dann nimm Kontakt zu mir auf und lass uns loslegen.

Du hast Gedanken, Ideen, Wünsche für meinen Blog? Auch darüber freue ich mich und du kannst mir gerne schreiben unter: kontakt@alles-du.de

Hören kannst du mich auch in meinem Podcast ‚Raus aus der Krise‘.

Und was andere zu mir sagen, das liest du unter Klientenstimmen.

Geborgenheit im Leben

 … und der Spatz unterm Dach.

Geborgenheit im Leben – kennst du dieses Gefühl?

Neulich war ich mit meinem Mann in einem Schwedischen Möbelhaus zum Frühstück und wie wir so dort saßen und uns unterhielten, hörte ich plötzlich leise aber deutlich ein Flügelflattern neben mir. Flog doch ein kleiner Spatz neben unseren Tisch und pickte emsig heruntergefallene Brot- und Brötchenkrumen auf. Leute liefen vorüber und sahen ihn nicht, der Spatz wich flink und wenig aus. ‚Wie clever‘, dachte ich. Er war ganz und gar darauf konzentriert, weiterzupicken. Sich zu nähren und gut für sich zu sorgen. Die wenigsten Passanten sahen den Vogel, am ehesten waren es noch die Kinder, die ihn mit staunenden Augen anblickten und riefen ‚Mama, Papa, ein Vogel!‘. Dann war er wieder weg.

Später entdeckte ich ihn nochmal zwischen den vielen Rohren unter der Raumdecke: er putzte sich und plusterte sein kleines Gefieder auf, war dabei ganz aufmerksam und schaute sich immer und immer wieder um. Wahrscheinlich auf der Suche nach noch einem Leckerbissen zwischen all den Stühlen und Füßen.

Er schien für sich einen richtig guten Platz gefunden zu haben: warm, sicher, mit reichlich Nahrung und – wie ich später noch bemerkte – noch ein paar andern Spatzen – vielleicht seinen Freunden, vielleicht seiner Familie. Welch ein Glück! Er hatte all das, was er brauchte und er war auch nicht allein.

Und auch wenn die ein oder andere Situation etwas brenzlig wurde zwischen den unaufmerksamen Füßen der Passanten, er ließ sich nicht aus der Ruhe bringen. Wachsam und flink, agil und trotzdem ruhig machte er das, was für ihn lebenswichtig war und dabei schien es ihm gut zu gehen. Er war an einem geborgenen Ort.

Und wie ich ihn so sah und darüber nachdachte, wie gewitzt dieser kleine Vogel sich genau das holte, was er brauchte und mir damit ein Lächeln aufs Gesicht zauberte.m entschied ich mich genau darüber in meinem Blog zu schreiben, nämlich über Geborgenheit.

Wie geht das eigentlich – Geborgenheit leben?

Wusstest du, dass Geborgenheit zu den Worten gehört, für die es in nur ganz wenigen Sprachen eine Übersetzung gibt? Dieses wunderbare Wort gibt es in Holland und im Afrikaans, es fehlt jedoch in der englischen, französischen, russischen Sprache und auch anderen, wie der slowenischen Sprache. Es ist also etwas ganz Besonderes, diese Geborgenheit, und beschreibt neben Sicherheit und Wohlgefühl auch einen Zustand der Nähe, Wärme, innerer Ruhe und Frieden. Wow, was für ein gutes Gefühl.

Die Erfahrung von Geborgenheit in der Kindheit als eines der wesentlichsten Erfahrungen für die Entwicklung einer stabilen und selbstbewussten Persönlichkeit, sagt man in der Psychologie. Und wer Kinder hat und schon mal mit ihnen unterwegs war kennt das sicher: Kinder spielen nur, wenn sie sich wohlfühlen und wenn sie in Geborgenheit sind. Ist diese nicht gegeben, suchen Sie Halt und Sicherheit bei Ihren Eltern. Und mit etwas Glück finden Sie diese auch bei Ihnen. Und wenn Sie genug Stabilität gefunden haben, dann gehen sie auch wieder selbstbewusst ins Spielen. Und später eben auch in ihr eigenes Leben.

Geborgenheit im Leben – Geborgenheit in dir

Was sagt uns das über uns selbst? Wie bei vielen anderen Emotionen und Befindlichkeiten spielt es auch hier eine wesentliche Rolle, was du in Bezug auf Geborgenheit in deinem Leben erfahren hast. Lass die folgenden Fragen einfach mal durch den Kopf gehen:

  • Bei wem hast du dich als Kind besonders geborgen gefühlt?
  • Was musstest du alles tun oder leisten, um Geborgenheit zu erhalten – oder wurde sie frei verschenkt?
  • Wohin hast du dich zurückgezogen, wenn du dich unsicher oder instabil gefühlt hast und dir selbst Geborgenheit geschaffen hast?
  • Wenn du heute einen Wunsch frei hättest in Bezug auf Geborgenheit – was wäre der und was könntest du selbst für dessen Umsetzung tun?

Wenn du dich in dir selbst geborgen fühlst, also wohl, sicher, warm, ruhig, dann kannst du auch so in die Welt hinausgehen. Klingt logisch, oder? Wurde dir wenig Geborgenheit geschenkt – sei es, weil deine Eltern selbst wenig nährende Geborgenheit erlebt haben und das auch nicht weitergeben konnten oder du gesellschaftlich unruhige Zeiten erlebt hast – dann ist es manchmal gar nicht so leicht, sich selbst ein gutes und stabiles, geborgenes Ich-Gefühl zu schaffen. Aber es ist möglich!

Trainiere deine Selbstwahrnehmung – sie ist die Basis für deine Gefühle und auch für Geborgenheit! Was brauchst du, um dich geborgen zu fühlen? Oder fangen wir damit an: kannst du genau jetzt sagen, wie es dir geht? Was spürst du in dir, wie fühlt sich dein Körper an: Bist du ruhig oder müde, aufgeregt oder hungrig, ist dir warm oder zieht es irgendwo, erlebst du Trubel um dich oder Stille? Und wie wirkt das auch dich – was brauchst du, um dich geborgen zu fühlen? Wenn du eine Spur gefunden hast, dann folge ihr – unbeirrt, so wie der kleine Spatz, der sich einen Brotkrumen nach dem anderen sucht und sich selbst nährt und dabei auch wachsam genug ist, um sich im Zweifelsfall an einen geborgenen Ort zurückzuziehen.

Dein persönlicher Ort der Geborgenheit – Innen und Außen

Manchmal, wenn ich mit Klienten arbeite, dann ist es wichtig, einen imaginären, sicheren Ort zu schaffen. Diesen Ort kennt dann nur dieser Mensch und er kennt ihn ganz genau: Er oder sie entscheidet, wo dieser Ort ist, wie er aussieht und was sich darin befindet und auch, ob er real existiert oder nur in seiner Fantasie. Manchmal ist es ein Ort aus der Kindheit, manchmal ist es eine Idee oder Fantasie aus einem Buch, für manche Menschen ist es ein religiöser Ort, ein Ort des Glaubens, der Ihnen Geborgenheit gibt und für andere wiederum ist es der eigene Vorgarten. Wichtig ist, dass man sich diesen Ort so gut und vollständig und gefühlvoll geborgen vorstellt, wie nur möglich. Und wenn dieser Ort dann in der Vorstellung schon so richtig gut da ist, frage ich weiterhin, wo dieser imaginäre Ort der Geborgenheit in der Person verankert ist.

Wo fühlst du am ehesten Geborgenheit in deinem Körper? Vielleicht hast du ja Lust es selbst mal auszuprobieren: Wo könntest du diesem imaginären, geborgenen Ort einen guten Platz geben und ihn in deinem Körper verankern? Das ist deshalb so wichtig, weil du so zum einen über deine Vorstellung als auch über den Körper in einem unsicheren Moment diesen imaginären Ort der Geborgenheit besuchen kann, dort Kraft tanken und neu Hoffnung schöpfen kannst und ganz viel Stabilität und Selbstbewusstsein, um wieder raus zu gehen in die Welt. Das hat ganz viel Kraft – und Selbstwirksamkeit. Wunderschön, oder?

Mit der Fantasie und dem Körper zu arbeiten, das sind zwei wichtige und stärkende Möglichkeiten, einen Ort der Geborgenheit zu schaffen. Und dasselbe funktioniert natürlich auch in der realen Welt: Hast du einen Ort der Geborgenheit? Ist es deine Wohnung oder ein besonderer Platz in der Natur? Ist jemand dabei oder bist du dort ganz mit dir selbst geborgen? Welche Farben, Geräusche, Gerüche gibt es dort, wie sieht dieser Ort aus und wie fühlt er sich an? Und – wann warst du zuletzt dort?

Ob imaginärer oder realer Ort der Geborgenheit: Wichtig ist, dass du einen hast und dich dorthin zurückziehen kannst, wenn du es brauchst – zum Krafttanken, zum Hoffnung schöpfen, zum Wohlfühlen. Ähnlich wie der kleine Spatz, der sich bei all dem Trubel zwischen den Füßen der Passanten zurückzieht auf seinen warmen, sicheren Platz auf einem stabilen Ausgangspunkt unter dem Dach.

Geborgenheit leben – mit anderen

Fühlst du dich auch mit anderen Menschen geborgen? Wer ist dein Lieblingsmensch oder wer sind deine Lieblingsmenschen, bei denen du dich geborgen fühlst? Wo spürst du Geborgenheit in deinem Körper, wenn du mit anderen Menschen zusammen bist? Eine gute Prüfmöglichkeit für dich selbst in Bezug auf die Menschen, mit denen du dich umgibst, ist: Wenn du von einem Freund oder einer Freundin weggehst – freust du dich auf ein Wiedersehen? Hat dir das Gespräch gut getan und möchtest du ‚mehr davon‘, weil es dich nährt und dir Wärme und Vertrauen gibt und dich  sicher  fühlen lässt? Vertraue deinem Gespür, wenn es darum geht zu entscheiden, ob du dich mit jemandem geborgen und sicher und warm und genährt fühlst und verbringe viel Zeit mit eben diesen Menschen. Sie tun dir gut und dann kannst du auch Gutes weitergeben.

Geborgenheit teilen

„Was ein Mensch an Gutem in die Welt hinausgibt, geht nicht verloren“, soll Albert Schweitzer einmal gesagt haben, und so ist es wohl auch. Denn wenn du dich selbst mit Geborgenheit nährst, also in Bezug auf dich selbst, einem Ort der Geborgenheit im Inneren und im Äußeren und dich auch noch mit Menschen umgibst, mit denen du dich geborgen fühlst, dann kannst du dieses Gefühl und diesen Zustand auch an andere weitergeben – sozusagen etwas davon raus in die Welt schicken. Dann erschaffst du dieses gute Gefühl nicht nur für dich, sondern gibst davon etwas an dein Umfeld zurück. Damit schliesst sich ein Kreislauf, schön, oder?

Vielleicht klingt es für den ein oder anderen zu einfach, zu simpel  – und das ist das Schöne, es ist eigentlich auch simpel. Der Weg zur Geborgenheit – dem aus dir selbst heraus entstehen lassen können Mit-anderen-Leben und letztendlich dem Nach-Außen-Geben – klingt überschaubar – wunderschön! Folge deinem inneren Kompass und hol dir genau das ins Leben, was du brauchst, um in Geborgenheit zu leben. So wie der Spatz es macht, der sich das holt, was er braucht und für sich einen  guten Platz gefunden hat unter dem Dach eines schwedischen Möbelhauses und diesen Platz sogar mit anderen teilt.

Ich wünsche dir ganz viel Vertrauen in dein eigenes Gespür & in deine Fähigkeit, dir deinen eigenen Anker der Geborgenheit zu schaffen und ganz viel Mut auf deinem Weg!

Du findest meine Praxis in: Altdorf bei Nürnberg und Nürnberg

Was meine Klienten über die Arbeit mit mir sagen, liest du hier und meinen Podcast findest du unter ‚Raus aus der Krise‘.

 

Beziehung-zu-anderen-beginnt-mit-der-Beziehung-zu-dir-selbst

Wie geht es dir, wie geht es Ihnen in Ihrem Leben mit Beziehungen zu anderen? Kannst du gut bei dir bleiben, auch wenn du in Kontakt mit anderen bist oder eher nicht? Und ist das immer gleich – ob in der Liebe zu deinem Partner, der Beziehung zu deinen Kindern, deinen Kollegen oder Freunden aus deinem Leben? Woher und aus welcher Zeit kommt diese oder jene Prägung in unseren Beziehungen? Manches von dem, wie wir heute mit anderen Menschen umgehen, wie z.B. Paare leben und in Beziehung sind, haben wir schon sehr früh in unserer Kindheit gelernt.

Vielleicht kennt ihr auch so Sätze wie: Tue dies nicht / Tue das nicht oder mach das mir zuliebe, wenn du das tust, dann … solche Formulierungen sind gängig in unserer Gesellschaft verleiten dazu, die Bedürfnisse und Befindlichkeiten anderer Menschen vor die eigenen zu stellen und wenig zu überlegen, was man selbst eigentlich gerade braucht, möchte oder nicht will. Das geht Frauen wie Männern gleichermaßen so.

Doch was hat das mit der eigenen Geschichte zu tun und wie wirkt sich das auf die eigene Beziehungsgestaltung heute aus? Antwort auf diese Fragen zu finden, kann für das heutige Leben sehr befreiend sein.

Diesen Überlegungen gehe ich in dieser Folge nach und auch, warum es im Erwachsenenalter eine wunderbare Chance ist, wenn es genau da ‚knirscht‘. Aber – hört / hören Sie selbst! Viel Spaß dabei!

Weitere Podcast-Folgen unter: Podcast

Ein Blogbeitrag zum Thema Beziehung unter:

4 typische Phasen einer Paarbeziehung erkennen und als Paar meistern

Beziehung geht vor

depression und partnerschaft zum Nachlesen

n der heutigen Folge wird es darum gehen, was Depression denn in einer Partnerschaft bewirkt und wie beide Partner bestmöglich damit umgehen könnten. Das ist deshalb wichtig, weil ja eine Depression nicht losgelöst von unserem Leben stattfindet, sondern mitten drin geschieht und weil alle drumrum Beteiligten gut auf sich achten müssen, denn: Depressionen sind auch immer ein wenig ansteckend von ihrer Dynamik her.

Ich werde also über 2 wesentliche Themen sprechen:

–          Erstens zeige an Hand eines eingängigen Bildes auf, welche Wirkung und welche Konsequenzen eine Depression in einer Partnerschaft haben? Welche Dynamiken da entstehen können.

–          Zweitens gehe ich auf das Thema ein:Ja, was brauchen denn Paare, um mit einer Depression gut umzugehen?

Partnerschaft – was ist denn das eigentlich, ganz kurz und knapp betrachtet? Ich skizziere mal einen Idealfall: 2 Menschen begegnen sich auf Augenhöhe, verlieben sich in den Charakter des anderen und wollen miteinander ihr Leben teilen.

Gehen wir mal davon aus, dass es keinen Beziehungskontrakt gibt, in dem der eine den anderen bittet, sich ‚um ihn zu kümmern‘ – sondern in dem jeder seine Eigenverantwortung für sein eigenes Befinden und behält und wahrt.

Beide Partner tragen zur Beziehung bei und sind in gutem Kontakt, leben gleichberechtigt miteinander ihre Bedürfnisse und Sexualität, sie sind sich nah und doch sie selbst. Sie haben jeweils ihre eigenen und gemeinsamen Freunde und sind NICHT abhängig voneinander. Sie lieben einander und respektieren sich als Partner.

Wenn wir uns diese Idealbeziehung als Mobile vorstellen, dann ist das Mobile einfach im Gleichgewicht zwischen beiden Partnern. Leichte Bewegungen können aufgefangen werden, bringen das Zusammenspiel aber nicht ins Wanken.

Was passiert aber nun, wenn einer der Partner eine Depression entwickelt?

Dann gerät dieses Mobile aus dem Gleichgewicht. Wie ich in meiner 2. Episode ‚Depression erkennen‘ beschrieben habe, kommt es in einer Depression ja zu Rückzug, Antriebslosigkeit, gedrückter und unausgeglichener, Stimmung und starken Stimmungsschwankungen. All das beeinträchtigt natürlich das Miteinander in der Beziehung: das Selbstwertgefühl des betroffenen Partners nimmt ab und somit natürlich auch die Begegnung in der Partnerschaft. Der betroffene Partner ist mal furchtbar traurig, dann wieder voller Wut und Agression; auf Nähe, Liebe und Zuneigung hat er oder sie keine Lust mehr, Sexualität findet nicht mehr statt. Im Prinzip ist es so, als ob der Partner, den man kennengelernt hat, plötzlich nicht mehr da ist.

Denken wir an das Mobile, dann wird die Depression sowas wie ein schweres und ungeliebtes Anhängels, ein Gewicht, das sich wie ein Glotz an den betroffenen Partner hängt und ihn ‚hinunterzieht‘. Was passiert jetzt auf der anderen Seite?

Der andere Partner hängt stattdessen ‚in der Luft‘ und muss sich quasi auch bewegen. Es entsteht ein starkes Gefühl der Hilflosigkeit und auch den Wunsch, etwas tun zu müssen, in Aktion zu gehen, etwas unternehmen zu müssen, weil so in der Luft hängend kann es nicht weitergehen.

Und nun können zwei Dinge passieren:

Der gesunde Partner kann sich zum einen in dieses ‚Tief‘ mit hineinfallen lassen. Er oder sie nimmt die Hilfsbedürftigkeit des depressiven Partners auf. Er versucht, den Kräftemangel des anderen aufzufangen und dieses Beziehungsmuster wird ungewollt das tragende Muster in der Partnerschaft. Einer ist schwach, der andere versucht die Schwäche auszugleichen. Und wenn der von der Depression betroffene Partner nichts mit oder gegen diese depressive Episode unternimmt, dann beeinträchtigt das in Summe natürlich gravierend die Partnerschaft. Es kostet unglaublich viel Kraft und kann nicht zuletzt auch zu einer Erschöpfung des gesunden Partners führen. Aus einer gleichberechtigten Partnerschaft ist eine Abhängigkeit geworden.

Eine weitere Möglichkeit in diesem ‚Mobile Ungleichgewicht‘ zu reagieren, ist die, dass der nicht betroffene Partner in Distanz geht und durch diese Distanz versucht, wieder ein Gleichgewicht herzustellen. Den gesunden Partner schreckt die Tiefe der Depression so ab, dass er oder sie wegschauen und auch weggehen müssen – um bei sich zu bleiben. Eine wirklich schwierige Situation für die Partnerschaft, da dadurch ja der Bezug zueinander verloren gehen kann und die Partner sich buchstäblich nicht mehr sehen.

Aber eigentlich steht zwischen Ihnen die Depression. Das heisst, nichts, was originär zu einem der Partner gehört – sondern es ist etwas hinzugekommen, mit dem Partner lernen können umzugehen.

Was kann man also tun bei Depression in der Partnerschaft? Ich schildere mal einen Idealfall und nun mag der ein oder andere denken ‚Idealfall, sowas lässt sich ja nicht umsetzen‘ und ja, den Idealfall gibt es nicht immer, aber wenn wir keine Vorstellung davon haben, wo wir hin wollen, dann können wir da natürlich auch nicht hingehen.

Folgende Dinge sind wichtig:

  1. Der depressive Partner übernimmt Eigenverantwortung für seine Situation und holt sich Hilfe

Und der andere Partner kann den oder die Betroffene unterstützen und mit Verständnis und Aufmerksamkeit begleiten – ohne dabei die Verantwortung für dessen Wohlbefinden und Hilfsbedürfigkeit und Schritte zu übernehmen oder zu flüchten und in zu großen Abstand zu gehen.

Warum ist das so wichtig, dass die von Depression betroffenen selbst agieren und in die Verantwortung gehen?

Weil sie dadurch wieder etwas für sich selbst tun und aus sich selbst heraus ihren eigenen Selbstwert steigern. Wenn ich agiere und sehe, dass sich etwas tut, dann tut mir das gut und ist quasi Balsam für die Seele. Das fällt den Betroffenen nicht leicht, sie brauchen dafür Untersützung vom Umfeld, aber kein ‚ich mach das alles für dich.‘

Auch, wenn es schwer fällt. Auch, wenn er gerade nicht weiß, woher er dafür die Kraft nehmen soll. Wobei er genau hierfür um Unterstützung bitten kann – nämlich um Zuspruch, Verständnis und Unterstützung beim Laufen der nächsten Schritte raus aus der Depression.

Das heisst auf der anderen Seite:

  1. Der gesunde Partner übernimmt nicht die Verantwortung für das Wohlbefinden des depressiven Partners

Anbieten ja, begleiten und ermutigen – ja, zuhören – ja  – aber Verantwortung übernehmen nein. Schritte für den depressiven Partner werden nur im Einverständnis übernommen. Der depressive Partner fühlt sich eh schon schlecht dafür, dass es ihm so geht, wie es ihm geht und dass er nicht mehr viel auf die Reihe bekommt – da ist es wichtig, dass er in kleinen Schritten etwas für sich tut und die Wirkungen sieht.

  1. braucht es Ehrlichkeit. Sprecht ehrlich miteinander darüber, wie es euch mit der Depression geht. Beide.

Partner brauchen für so eine Krise sehr viel Ehrlichkeit. Wenn sie einander mitteilen, wie es Ihnen geht und wenn jeder sagen kann, wo er gerade steht – dann kann es gelingen, mit der Depression umzugehen. Das heisst, auch der gesunde Partner darf sagen: ‚Boah, heute ist es echt schwer, mir geht es gerade gar nicht gut damit und ich brauche etwas Zeit für mich.‘ Zum Beispiel. Oder ein ‚Ich vermisse unsere Leichtigkeit und will da wieder hin!‘ Häufig lehnen depressive Partner, die noch nicht eingesehen haben, dass es ihnen sehr schlecht geht, es ab, wenn der gesunde Partner sagt ‚Mit dir stimmt gerade etwas nicht!‘. Eine Depression braucht auch viel Mut – denn es ist wichtig das beide Partner ihre Wahrnehmungen ernst nehmen und dranbleiben.

  1. Sorgt gut für euch – mit viel Liebe und Geduld.

Geduld und Mitgefühl sind wichtig – sowohl für den anderen, aber auch für sich selbst. Denn der gesunde Partner kommt sicher auch mal an seine Kraftgrenzen. Für ihn heisst das also auch, dass er gut für sich sorgt und auch Dinge unternimmt, die ihm wieder Kraft geben.

Weihen Sie vertraute Freunden und Menschen in ihre Situation ein – solche, die Ihnen gut tun – und die nicht gleich die ungebetenen Ratschläge rausholen.

  1. Reduziert Stressquellen!

Stress ist der Nährboden für Depressionen. Schaut euren Alltag an und klärt gemeinsam, was Stress bei euch auslöst und ob ihr den ein und anderen Programmpunkt in eurem Leben gerade mal loslassen könnt. (seien es zu viele Geschäftsreisen, Verabredungen, Arbeitsthemen, Ehrenämter) – alles, was euch gerade zu viel Kraft kostet. Jetzt gilt es erstmal Kraft zu sammeln und wieder aufzubauen!

Da auch der Körper stark von einer Depression betroffen ist, schenken Sie sich bzw. ermutigen Sie sich in Bewegung zu sein. Das ist gar nicht so einfach, weil depressive Menschen häufig schon mit dem Aufstehen Schwierigkeiten haben. Egal – der Körper braucht Hilfe.  Sei es Laufen an der frischen Luft im Park oder im Wald, sei es Yoga, eine Massage, Qi Gong oder Boxen – ermutigen Sie sich zum aktiven Stressabbau und probieren Sie aus, was zu Ihnen passt.

  1. Holt euch professionelle Unterstützung:

Also – geht zum Hausarzt oder Facharzt und lasst abklären, dass es keine organischen oder medikamentös bedingten Ursachen gibt. Und dann – sucht auch psychotherapeutische Unterstützung, die euch begleiten kann. Was in der Psychotherapie wichtig ist im Zusammenhang mit Depression, darüber spreche ich in der nächsten Folge.

Depression hat viele Gesichter und Auswirkungen. Wenn Partner ihr ‚Mobile‘ wieder ins Kräftegleichgewicht bringen wollen, dann braucht es auch gemeinsamen Vorgehen.

  1. Kreiiert euch ein positives Bild davon, wie euer Leben wieder ohne Depression aussehen wird!

Sucht euch ein gemeinsames positives Bild von dem, wo ihr (wieder) hinwollt. Unser Hirn unterscheidet nicht zwischen dem Erlebten und dem fest vorgestellten – also kann ich mir auch ein positives Bild schaffen und dieses anstreben. Geht diesen ‚Klotz‘ Depression gemeinsam an und lasst ihn nicht ‚zwischen euch‘ stehen.

Ich möchte an dieser Stelle eine Website empfehlen, auf denen man gute Informationen zum Thema Depression, Hilfe für Angehörige und auch ein Online Forum zum Thema gibt.

Und zwar ist das die Website von der Deutschen Depressionshilfe: https://www.deutsche-depressionshilfe.de/

Ihr erreicht mich im Netz unter www.alles-du.de und auf FB und Xing bin ich auch zu finden.

 

Ich wünsche euch bis zur nächsten Episode eine gute Zeit – und viel Kraft und Zuversicht für euren Weg in Leben, Liebe, Beruf & Familie! Eure Evelyn Richter-Schäfer

Depression & Partnerschaft

In der heutigen Folge wird es darum gehen, was Depression denn in einer Partnerschaft bewirkt und wie beide Partner bestmöglich damit umgehen könnten. Das ist deshalb wichtig, weil ja eine Depression nicht losgelöst von unserem Leben stattfindet, sondern mitten drin geschieht und weil alle drumrum Beteiligten gut auf sich achten müssen, denn: Depressionen sind auch immer ein wenig ansteckend von ihrer Dynamik her.

Ich werde also über 2 wesentliche Themen sprechen:

–          Erstens zeige an Hand eines eingängigen Bildes auf, welche Wirkung und welche Konsequenzen eine Depression in einer Partnerschaft haben? Welche Dynamiken da entstehen können.

–          Zweitens gehe ich auf das Thema ein:Ja, was brauchen denn Paare, um mit einer Depression gut umzugehen?

Partnerschaft – was ist denn das eigentlich, ganz kurz und knapp betrachtet? Ich skizziere mal einen Idealfall: 2 Menschen begegnen sich auf Augenhöhe, verlieben sich in den Charakter des anderen und wollen miteinander ihr Leben teilen.

Gehen wir mal davon aus, dass es keinen Beziehungskontrakt gibt, in dem der eine den anderen bittet, sich ‚um ihn zu kümmern‘ – sondern in dem jeder seine Eigenverantwortung für sein eigenes Befinden und behält und wahrt.

Beide Partner tragen zur Beziehung bei und sind in gutem Kontakt, leben gleichberechtigt miteinander ihre Bedürfnisse und Sexualität, sie sind sich nah und doch sie selbst. Sie haben jeweils ihre eigenen und gemeinsamen Freunde und sind NICHT abhängig voneinander. Sie lieben einander und respektieren sich als Partner.

Wenn wir uns diese Idealbeziehung als Mobile vorstellen, dann ist das Mobile einfach im Gleichgewicht zwischen beiden Partnern. Leichte Bewegungen können aufgefangen werden, bringen das Zusammenspiel aber nicht ins Wanken.

Was passiert aber nun, wenn einer der Partner eine Depression entwickelt?

Dann gerät dieses Mobile aus dem Gleichgewicht. Wie ich in meiner 2. Episode ‚Depression erkennen‘ beschrieben habe, kommt es in einer Depression ja zu Rückzug, Antriebslosigkeit, gedrückter und unausgeglichener, Stimmung und starken Stimmungsschwankungen. All das beeinträchtigt natürlich das Miteinander in der Beziehung: das Selbstwertgefühl des betroffenen Partners nimmt ab und somit natürlich auch die Begegnung in der Partnerschaft. Der betroffene Partner ist mal furchtbar traurig, dann wieder voller Wut und Agression; auf Nähe, Liebe und Zuneigung hat er oder sie keine Lust mehr, Sexualität findet nicht mehr statt. Im Prinzip ist es so, als ob der Partner, den man kennengelernt hat, plötzlich nicht mehr da ist.

Denken wir an das Mobile, dann wird die Depression sowas wie ein schweres und ungeliebtes Anhängels, ein Gewicht, das sich wie ein Glotz an den betroffenen Partner hängt und ihn ‚hinunterzieht‘. Was passiert jetzt auf der anderen Seite?

Der andere Partner hängt stattdessen ‚in der Luft‘ und muss sich quasi auch bewegen. Es entsteht ein starkes Gefühl der Hilflosigkeit und auch den Wunsch, etwas tun zu müssen, in Aktion zu gehen, etwas unternehmen zu müssen, weil so in der Luft hängend kann es nicht weitergehen.

Und nun können zwei Dinge passieren:

Der gesunde Partner kann sich zum einen in dieses ‚Tief‘ mit hineinfallen lassen. Er oder sie nimmt die Hilfsbedürftigkeit des depressiven Partners auf. Er versucht, den Kräftemangel des anderen aufzufangen und dieses Beziehungsmuster wird ungewollt das tragende Muster in der Partnerschaft. Einer ist schwach, der andere versucht die Schwäche auszugleichen. Und wenn der von der Depression betroffene Partner nichts mit oder gegen diese depressive Episode unternimmt, dann beeinträchtigt das in Summe natürlich gravierend die Partnerschaft. Es kostet unglaublich viel Kraft und kann nicht zuletzt auch zu einer Erschöpfung des gesunden Partners führen. Aus einer gleichberechtigten Partnerschaft ist eine Abhängigkeit geworden.

Eine weitere Möglichkeit in diesem ‚Mobile Ungleichgewicht‘ zu reagieren, ist die, dass der nicht betroffene Partner in Distanz geht und durch diese Distanz versucht, wieder ein Gleichgewicht herzustellen. Den gesunden Partner schreckt die Tiefe der Depression so ab, dass er oder sie wegschauen und auch weggehen müssen – um bei sich zu bleiben. Eine wirklich schwierige Situation für die Partnerschaft, da dadurch ja der Bezug zueinander verloren gehen kann und die Partner sich buchstäblich nicht mehr sehen.

Aber eigentlich steht zwischen Ihnen die Depression. Das heisst, nichts, was originär zu einem der Partner gehört – sondern es ist etwas hinzugekommen, mit dem Partner lernen können umzugehen.

Was kann man also tun bei Depression in der Partnerschaft? Ich schildere mal einen Idealfall und nun mag der ein oder andere denken ‚Idealfall, sowas lässt sich ja nicht umsetzen‘ und ja, den Idealfall gibt es nicht immer, aber wenn wir keine Vorstellung davon haben, wo wir hin wollen, dann können wir da natürlich auch nicht hingehen.

Folgende Dinge sind wichtig:

  1. Der depressive Partner übernimmt Eigenverantwortung für seine Situation und holt sich Hilfe

Und der andere Partner kann den oder die Betroffene unterstützen und mit Verständnis und Aufmerksamkeit begleiten – ohne dabei die Verantwortung für dessen Wohlbefinden und Hilfsbedürfigkeit und Schritte zu übernehmen oder zu flüchten und in zu großen Abstand zu gehen.

Warum ist das so wichtig, dass die von Depression betroffenen selbst agieren und in die Verantwortung gehen?

Weil sie dadurch wieder etwas für sich selbst tun und aus sich selbst heraus ihren eigenen Selbstwert steigern. Wenn ich agiere und sehe, dass sich etwas tut, dann tut mir das gut und ist quasi Balsam für die Seele. Das fällt den Betroffenen nicht leicht, sie brauchen dafür Untersützung vom Umfeld, aber kein ‚ich mach das alles für dich.‘

Auch, wenn es schwer fällt. Auch, wenn er gerade nicht weiß, woher er dafür die Kraft nehmen soll. Wobei er genau hierfür um Unterstützung bitten kann – nämlich um Zuspruch, Verständnis und Unterstützung beim Laufen der nächsten Schritte raus aus der Depression.

Das heisst auf der anderen Seite:

  1. Der gesunde Partner übernimmt nicht die Verantwortung für das Wohlbefinden des depressiven Partners

Anbieten ja, begleiten und ermutigen – ja, zuhören – ja  – aber Verantwortung übernehmen nein. Schritte für den depressiven Partner werden nur im Einverständnis übernommen. Der depressive Partner fühlt sich eh schon schlecht dafür, dass es ihm so geht, wie es ihm geht und dass er nicht mehr viel auf die Reihe bekommt – da ist es wichtig, dass er in kleinen Schritten etwas für sich tut und die Wirkungen sieht.

  1. braucht es Ehrlichkeit. Sprecht ehrlich miteinander darüber, wie es euch mit der Depression geht. Beide.

Partner brauchen für so eine Krise sehr viel Ehrlichkeit. Wenn sie einander mitteilen, wie es Ihnen geht und wenn jeder sagen kann, wo er gerade steht – dann kann es gelingen, mit der Depression umzugehen. Das heisst, auch der gesunde Partner darf sagen: ‚Boah, heute ist es echt schwer, mir geht es gerade gar nicht gut damit und ich brauche etwas Zeit für mich.‘ Zum Beispiel. Oder ein ‚Ich vermisse unsere Leichtigkeit und will da wieder hin!‘ Häufig lehnen depressive Partner, die noch nicht eingesehen haben, dass es ihnen sehr schlecht geht, es ab, wenn der gesunde Partner sagt ‚Mit dir stimmt gerade etwas nicht!‘. Eine Depression braucht auch viel Mut – denn es ist wichtig das beide Partner ihre Wahrnehmungen ernst nehmen und dranbleiben.

  1. Sorgt gut für euch – mit viel Liebe und Geduld.

Geduld und Mitgefühl sind wichtig – sowohl für den anderen, aber auch für sich selbst. Denn der gesunde Partner kommt sicher auch mal an seine Kraftgrenzen. Für ihn heisst das also auch, dass er gut für sich sorgt und auch Dinge unternimmt, die ihm wieder Kraft geben.

Weihen Sie vertraute Freunden und Menschen in ihre Situation ein – solche, die Ihnen gut tun – und die nicht gleich die ungebetenen Ratschläge rausholen.

  1. Reduziert Stressquellen!

Stress ist der Nährboden für Depressionen. Schaut euren Alltag an und klärt gemeinsam, was Stress bei euch auslöst und ob ihr den ein und anderen Programmpunkt in eurem Leben gerade mal loslassen könnt. (seien es zu viele Geschäftsreisen, Verabredungen, Arbeitsthemen, Ehrenämter) – alles, was euch gerade zu viel Kraft kostet. Jetzt gilt es erstmal Kraft zu sammeln und wieder aufzubauen!

Da auch der Körper stark von einer Depression betroffen ist, schenken Sie sich bzw. ermutigen Sie sich in Bewegung zu sein. Das ist gar nicht so einfach, weil depressive Menschen häufig schon mit dem Aufstehen Schwierigkeiten haben. Egal – der Körper braucht Hilfe.  Sei es Laufen an der frischen Luft im Park oder im Wald, sei es Yoga, eine Massage, Qi Gong oder Boxen – ermutigen Sie sich zum aktiven Stressabbau und probieren Sie aus, was zu Ihnen passt.

  1. Holt euch professionelle Unterstützung:

Also – geht zum Hausarzt oder Facharzt und lasst abklären, dass es keine organischen oder medikamentös bedingten Ursachen gibt. Und dann – sucht auch psychotherapeutische Unterstützung, die euch begleiten kann. Was in der Psychotherapie wichtig ist im Zusammenhang mit Depression, darüber spreche ich in der nächsten Folge.

Depression hat viele Gesichter und Auswirkungen. Wenn Partner ihr ‚Mobile‘ wieder ins Kräftegleichgewicht bringen wollen, dann braucht es auch gemeinsamen Vorgehen.

  1. Kreiiert euch ein positives Bild davon, wie euer Leben wieder ohne Depression aussehen wird!

Sucht euch ein gemeinsames positives Bild von dem, wo ihr (wieder) hinwollt. Unser Hirn unterscheidet nicht zwischen dem Erlebten und dem fest vorgestellten – also kann ich mir auch ein positives Bild schaffen und dieses anstreben. Geht diesen ‚Klotz‘ Depression gemeinsam an und lasst ihn nicht ‚zwischen euch‘ stehen.

Depression betrifft ca. 25% der Menschen einmal in Ihrem Leben – aber nicht für immer. Werden Sie aktiv!

Ich möchte an dieser Stelle eine Website empfehlen, auf denen man gute Informationen zum Thema Depression, Hilfe für Angehörige und auch ein Online Forum zum Thema gibt.

Und zwar ist das die Website von der Deutschen Depressionshilfe: https://www.deutsche-depressionshilfe.de/

Ihr erreicht mich im Netz unter www.alles-du.de und auf FB und Xing bin ich auch zu finden.

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