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Raus aus der Krise – wieso eigentlich?

Systemische Psychotherapie in Nürnberg - alles du - Heilpraktikerin für Psychotherapie -Evelyn Richter-Schäfer - Heilpraktikerin für Psychotherapie im Raum Nürnberg - Honorar

Evelyn Richter-Schäfer

Wegbegleiterin | Spurensucherin | Mutmacherin

Kategorie: Selbstwert

Ja, wieso eigentlich? 

Eine etwas absurde Frage, findest du nicht auch? Denn wer will schon in einer Krise steckenbleiben, richtig? Genau. Nur passiert eben genau das. Und deshalb ist ein genauerer Blick auf das, was uns zu einem bestimmten Verhalten bringt wirklich wichtig. Wir müssen verstehen, wie das zustandekommt, was wir tun.

Denn es gibt immer auch einen oder mehrere Gründe, warum wir genau dieselben Krisen immer und immer wieder wiederholen. Sonst würden wir es ja nicht machen. Sinnvoll oder nicht. Komisch, oder? Ja und das ist es ja gerade, was uns auch immer wieder so auf die Nerven geht. Also mir geht es zumindest so. Und dir?

Du möchtest diesen Artikel lieber hören? Dann kannst du das hier gerne tun: 

 

WARUM tun wir aber das, was wir tun? Oder besser: ‚Wie kommt es, dass wir das so und nicht anders machen?‘
Das ist gar nicht so einfach zu beantworten, denn ca. 95% von dem, was wir tun, wird unbewusst gesteuert. Beeinflusst wird es von all dem, was wir in unserem Leben gelernt und erlebt haben. Die ‚unbewusste Steuerung‘ fängt also schon ganz früh in unserem Leben an. Puh. Erscheint ganz schön viel, oder? Und dann auch wieder nicht. Denn wenn sich einer in deinem Leben auskennt und dem, was dich geprägt hat, dann du. Dein Herz, dein Bauchgefühl, dein ganzer Körper wissen mehr als deinem Verstand bewusst ist.

Vom (Ver)halten

Das Erlebte ist uns total vertraut. Was wir gelernt und erlebt haben, besonders in unserer Kindheit, das ist uns in Fleisch und Blut übergegangen. Das gehört quasi zu uns, da denken wir nicht lange drüber nach. Das wiederholen wir einfach so. Und daran (ver)halten wir fest.

Lass uns mal kurz das Wort ‚Verhalten‘ anschauen: Es hat nämlich dreierlei Bedeutung und das passt total gut zu dem Thema, warum wir manchmal in einer Krise steckenbleiben.

Wenn wir uns verhalten, dann heisst das entweder, dass wir handeln oder das wir etwas dulden (also stillhalten und zulassen) oder dass wir etwas unterlassen und damit eben nicht in ein Handeln kommen. Gleichzeitig verhalten wir uns unbewusst oder bewusst auf eine bestimmte Art und Weise und eben genau in dem unbewussten Verhalten liegt der Schlüssel zum Umgang mit Krisen.

Aber wie kommt es, dass wir unbewusst dulden oder unterlassen?

Lass uns das an Hand dreier Beispiele mal durchdenken:

  • Stell dir vor, du hättest schon früh gelernt, dass deine Ängste, Nöte oder deine Bedürfnisse nach Geborgenheit und Sicherheit, nach Liebe und Zuwendung nicht gehört wurden, dann hörst du diese Gefühle und Bedürfnisse heute vermutlich auch nicht. Und du bleibst eher darin verhaftet als dass du dich daraus bewegst.
  • Es könnte weiterhin auch sein, dass du mal ein neugieriges, abenteuerliches Kind warst und eigentlich nichts lieber wolltest, als die Welt zu erobern, gleichzeitig aber von deinen Eltern oder deinem Umfeld ausgebremst wurdest, dann kannst du dir vielleicht auch vorstellen, dass du heute auch eher in der Gewohnheit bleibst, als dich auf etwas Neues zuzubewegen.
  • Und ein drittes Beispiel: Oft wurden Kinder so erzogen, dass ihre eigenen Grenzen und vor allem der Ausdruck ihrer Wut und ihres Ärgers über eine (emotionale oder körperliche) Verletzung nicht ernst genommen wurden. Vielleicht kennst du das. Dann wurdest du beschwichtigt oder du hast gehört ‚Stell dich nicht so an.‘ Was davon bleibt, ist die Erfahrung, dass die eigenen Grenzen überschritten werden dürfen von anderen und dass dein Empfinden dazu nicht zählt.

Ziemlich blöd, oder ziemlich klug?

Hm, gute Frage – denn letztendlich machen wir etwas ganz natürliches: Wir wiederholen was wir gelernt haben. So lernen wir ja auch laufen und sprechen und so manchen Schabernack. Genau deshalb fällt es uns aber heute auch oft so schwer, uns aus einer inneren oder äußeren Krise hinaus zu bewegen.

Das heisst, obwohl wir objektiv genau wissen, dass das so nicht weitergehen kann und wir eigentlich etwas verändern wollen, hält uns unbewusst (ich erinnere an die 95%) manchmal ganz schön viel zurück und zwar EMOTIONAL und das wiegt viel schwerer als die 5% bewusster Gedanken, die uns so steuern.

Kennst du die Geschichte vom starken Elefanten, der an einem ganz dünnen Seil an einen Baum gebunden ist? Er läuft nicht weg, auch wenn er es könnte. Er hat als junger Elefant lange versucht, dieses Seil zu zerreißen, doch vergeblich: Damals war er nicht stark genug und deshalb hat er irgendwann aufgegeben. Deshalb steht er auch als starker, ausgewachsener Elefant immer noch dort und bewegt sich nicht mehr weg. Es ist eine emotional prägende Erfahrung, die ihn zurückhält. Er versucht es einfach nicht mehr.

So haben wir eben auch oft unsere von Außen gesetzten, frühen Grenzen zu unseren inneren gemacht.

Und was jetzt?

Nun sind wir keine Elefanten und dennoch geht es uns ähnlich. Deshalb lass uns darauf schauen, was in einem Veränderungsprozess hilfreich und essenziell ist. Ich werde auf diese Themen in den nächsten Blogartikeln etwas genauer eingehen, möchte sie hier aber unbedingt auch schon beschreiben. So kannst du schon mal für dich prüfen, was du brauchst, um eine Veränderung zu beginnen.

Dein Wille. Jawohl. Mit allem, was du kannst, musst du dich willentlich neu ausrichten wollen. Auf das, was du willst. Dazu braucht es natürlich eine willentliche Entscheidung – willst du weitermachen wie bisher oder willst du etwas Neues ausprobieren? Denn schließlich geht es ja erstmal nur ums Ausprobieren! Auch das klingt total banal, aber es wäre genauso möglich und in Ordnung, wenn du sagst: Nö, ich will so weitermachen, weil ich noch nicht so weit bin oder weil ich vielleicht doch nicht will und mir die bekannte Krise lieber ist als das unbekannte Neue. Auch das gibt es. Deine Entscheidung und die zählt, schliesslich ist es dein Leben. Aber vielleicht willst du ja doch?

Deine Sehnsucht. Um dich willentlich auszurichten, brauchst du einen starken Anker, etwas, das du so gerne haben möchtest, dass du dich immer wieder darauf ausrichtest. Warum ist das so wichtig? Weil wir immer wieder scheitern auf dem Weg zum Neuen. Weil wir immer wieder in alte Gewohnheiten und Muster und das bekannte Verhalten zurückverfallen. Da heisst es immer wieder sich aufrichten und einen nächsten Schritt setzen und damit du weisst, dass es sich lohnt, brauchst du eine klare Vorstellung von dem, wo es hingehen darf.

Dein Vertrauen. Selbstvertrauen entsteht dann, wenn wir unserem Handeln und Tun, zu dem wir uns selbst entschieden haben, vertrauen lernen. Schritt für Schritt. Manchmal braucht es einen Vorschuss an Vertrauen, um losgehen zu können. Das geht, wenn du willst. Manchmal brauchen wir ganz schön viel Vertrauen, weil wir zwischendrin hinfallen und wieder aufstehen müssen oder uns irgendwelche Hindernisse begegnen. Vertraue darauf, dass alles kommt, wie es kommt – solange du dich innerlich ausrichtest und fokussierst. Das Leben folgt der Leichtigkeit, aber die ersten Schritte dorthin sind nicht immer leicht. Vertraue darauf, dass es leichter wird voranzugehen und schenke dir dein Vertrauen, dass du das kannst.

Laufen hast du ja schließlich auch gelernt und bist dabei sicher viel hingefallen. Also – was möchtest du: bist du der Elefant, der an einem dünnen Seil am Baum stehenbleibt oder traust du dich hinaus in ein Abenteuer außerhalb deiner Krise?

Was du jetzt tun kannst? Vielleicht hast du beim Lesen schon unbewusst genickt oder dir ging ein ‚Ja genau!‘ durch den Kopf. Dann nutze die Chance und nimm dir einen Stift und ein Blatt Papier und schreib auf, was dich in deiner Krise hält und was du gelernt hast. Schreibe auf, wo es dich hinzieht und dann feiere erstmal dein Handeln. Und dann kannst du dein Bauchgefühl und dein Herz mal fragen, was die wollen: – willst du raus aus (d)einer Krise oder nicht?

Viele Freude beim Ausprobieren & vertraue darauf: ein Schritt nach dem anderen bringt dich zu deiner Sehnsucht!

Deine Evelyn

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Über Evelyn:

Menschen raus aus der Krise zu begleiten ist genau mein Ding. 

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